Publiziert am von EFG-Hamm Bockum-Hövel | Kommentare deaktiviert für Gemeindebrief Online

Gott selbst verspricht: „…Ich bin bei ihm in der Not…“ Psalm. 91, 15 b (Elberfelder Übersetzung)

Der  91. Psalm ist ein besonderes Zeugnis der Hilfsbereitschaft Gottes! Wer einmal den bekannten und wunderbaren Chorsatz dazu gehört hat, dem sind Worte und Melodie eine Zuflucht in Zeiten der Not. „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet …“ Ja, „Er hat seinen Engeln befohlen über dir…“ – „Er behütet dich auf allen deinen Wegen“.

 

Diese segnenden Worte des Psalms, die wir lesen – und einander zusprechen dürfen – münden in eine direkte Gottesrede. Es scheint, als ob der Zuspruch des Priesters in den ersten 13 Versen nicht ausreicht. Gott selbst mischt sich ein; ergreift selbst das Wort. Das Versprechen, das Menschen „im Namen Gottes“ aussprechen ist Gott zu wenig. ER redet selbst.

 

Das Gebet, der priesterliche Zuspruch mündet in Prophetie. Gott selbst spricht! Und SEIN Wort, das aus seinem Munde hervorgeht, kommt nicht leer zu ihm zurück, sondern bewirkt, wozu er es sendet. (Jes. 55,10-11) „ER sandte sein Wort und heilte sie“ (Ps. 107,20) – Darum wird Jeschua, der Gesalbte – Jesus Christus, der Sohn Gottes, als er über unsre Erde ging, gebeten: „Herr, sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“  (Mt. 8,8)

 

Ja, Gott mischt sich ein. Er meldet sich nicht nur zu Wort, er sendet sein Wort in diese, unsre Welt. „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh. 1,14)  Gott wird Mensch, lebt unter uns und erleidet unschuldig den Verbrechertod am Kreuz. Das Wort Gottes ist Jeschua, der Gesalbte. In Ihm erfüllt Gott sein Versprechen: „Ich werde dich nicht verlassen!“

(Jos. 1,5 u. Hebr. 13,5)

Ja, in Jesus bekommt der „geheimnisvolle Name Gottes“, dieses Tetragramm in der hebräischen Sprache, diese vier Buchstaben „JHWH“, dass von den Juden nur als „Adonai“ (meine Herren) ausgesprochen wird (oder einfach mit „der EWIGE“ wiedergegeben wird) ein Gesicht.

 

Gott stellt sich vor. Er gibt sich in Jesus zu erkennen. Denn die Übersetzung des heiligen Gottesnamens lautet: „ICH BIN, der ICH BIN für dich da“.  Das ist das innerste Wesen Gottes, die Liebe (Joh. 4,16). Und die äußert sich in der erbarmenden Hingabe des Sohnes am Kreuz. Dort fertigt der Zimmermann aus Nazareth aus den Balken des Kreuzes die offene Tür zum Vaterherzen Gottes!

 

Und damit sind wir mitten in dem prophetischen Zuspruch des 91. Psalms. „ICH bin bei ihm in der Not.“ Sieben besondere Verheißungen werden ausgesprochen. Mittendrin: „ICH bin bei ihm in der Not.“ Drei Zusagen vorneweg; drei folgen noch. Die Zusage in der Mitte dieser Prophetie verweist auf die Mitte des Evangeliums – der guten Nachricht. Gott ist da! Jesus sagt: „Siehe, ich bin bei euch …“ (Mt. 28,20)

 

Gott ist da, inmitten aller Not und alles Leides. In das „Tal der Todesschatten“ ist ER herabgestiegen. (Ps. 23,4). Darum betet David: „DU bist bei mir.“ Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem Gott weiter von uns entfernt wäre als ein Gebet! Ja, auch als Gläubige erfahren wir tiefes Leid und bitterste Not. Aber: „Nichts vermag uns zu trennen von der Liebe Gottes, die in dem Gesalbten Jesus ist, unserem HERRN.“ (Röm. 8,39) In dem prophetischen Zuspruch des 91. Psalms erfahren und empfangen wir diese Segnung der „himmlischen Welt“ – in Christus! (Eph. 1,3)

 

Nun muss ich zugeben, ich habe diese Worte immer „persönlich“ gelesen und auch anderen zugesprochen. Eine „einfache Übung“: Setze doch statt „ihm“ und „er“ einfach mal deinen Namen ein. Lies es laut! Und höre den Zuspruch, den Gott dir dadurch zusagt!

Gott aber spricht diese Worte auch uns als Gemeinde in Bockum-Hövel zu. Ja, auch die Gemeinde Jesu ist durch die Jahrhunderte hindurch immer angefochtene und bekämpfte Gemeinschaft gewesen. Und auch jede Ortsgemeinde hat ihre (geistlichen) Kämpfe und droht immer wieder auch unterzugehen. Gerade darum ermutigt mich die Zusage Gottes in dieser Zeit für unsre Gemeinde. Sie steht in Psalm 91. Und ich habe sie einmal nach der Übertragung von Martin Buber ausgedruckt und „kursiv“ ergänzt:

 

>> Ja, SIE – die Gemeinde Bockum-Hövel

hat sich an mich gehangen und so lasse ich SIE entrinnen! Steil hin entrücke ich SIE, denn SIE kennt meinen Namen! SIE ruft mich und ich antworte IHR – der Gemeinde Bockum-Hövel! Bei IHR bin ich in der Drangsal! Ich (selbst) schnüre SIE los und ich ehre SIE. An Länge der Tage sättige ich SIE – die Gemeinde Bockum-Hövel! Ansehen lasse ich SIE mein Befreien.<< (Ps. 91,14-16)

 

Dazu passen diese zwei ermutigende Liedstrophen:

„Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht. Sein wird die ganze Welt. Denn alles ist nach seines Todes Nacht in seine Hand gestellt. Nachdem am Kreuz er ausgerungen, hat er zum Thron sich aufgeschwungen: Ja, Jesus siegt!“   (Johann Christoph Blumhardt, 1852)

 

„Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg auf Golgatha. Die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja! Ja, wir danken Dir von Herzen! Ja, wir preisen Deine Treu! Ja, wir dienen Dir von Herzen! Ja, Du machst einst alles neu!“

(Friedrich von Bodelschwingh, 1938)

 

Es lohnt sich die ganzen Lieder (Gemeindelieder Nr. 266 und 222) zu lesen und zu beten! Das ist Osterbotschaft pur. Und als Menschen, die von der Osterbotschaft ergriffen sind, beten wir mit dem Apostel Paulus füreinander und für unsre Gemeinde in Bockum-Hövel:  (nach Kol. 1)

 

Wir bitten Dich,  – uns als Gemeinde in Bockum-Hövel –  Einsicht für das zu schenken, was Du selbst in unserem Leben bewirken willst, und uns mit Weisheit und Erkenntnis zu erfüllen. Dann werden wir mit unserem Leben den Herrn ehren und ihn erfreuen mit allem, was wir tun. Auf diese Weise werden  wir  Gott immer besser kennen lernen.

 

Zugleich beten wir darum, dass wir die herrliche Kraft Gottes erfahren, damit wir genug Geduld und Ausdauer haben für die Anforderungen, die an uns gestellt werden.

Mit Freude wollen wir Dir danken, weil Du uns am Erbe derer beteiligst, die im Licht leben und zu Dir gehören.

 

Erfülle  – uns als Gemeinde in Bockum-Hövel –  ganz mit dem Heiligen Geist, dass Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohne und wir immer in seiner Liebe eingewurzelt und gegründet sind.

 

Denn Du hast uns aus der Macht der Finsternis gerettet und in das Reich des geliebten Sohnes versetzt. Du, unser Gott und Vater durch Jesus Christus hast unsere Freiheit mit Deinem Blut teuer erkauft und uns alle unsere Schuld vergeben.

AMEN

 

In diesen Sinne allen Leserinnen und Lesern ein reich gesegnetes Osterfest 2016 und von ganzem Herzen Gottes Kraft und Trost an jedem neuen Tag.

 

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Radioandacht | Lippe-Welle 105 | zum 11.01.2016

„Ui“, denke ich, „das ist aber gerade noch mal gut gegangen.“ Unmittelbar vor mir an der Ampel. Das war aber schon sehr „rot“ – scharfes Bremsen und ein Hupkonzert begleiten diese Unachtsamkeit meines Vordermanns.

„Gerade noch mal gut gegangen!“ Manch rote Ampel wird durch Unachtsamkeit – manche auch in voller Absicht überfahren. Die Folgen sind oft Gegenstand unsrer Klage – manch „schmerzhafte Einsicht“; wir hätten’s uns gern erspart – im Nachhinein ist man klüger. Auch Gott gibt uns „rote Ampeln“- die sogenannten zehn Gebote beispielsweise. Nicht Eingrenzung unsrer Freiheit, sondern Grundlage unsrer Freiheit in Würde und Menschlichkeit. Denn sie schützen ja auch mich vor Schaden an Leib und Leben und Besitz – und auch der nötige Schutzraum für oft so sensible menschliche Beziehungen wird mir hier von Gott gewährt: „Du sollst nicht Ehe-brechen!“

„Wie gut“, denke ich, dass Gott vorgesorgt hat, durch die Gebote. „Rote Ampeln“ halt, die ein friedevolles Miteinander ermöglichen. Und auch wenn’s „gerade noch mal gut gegangen ist“ – warum nicht umdenken, und Gottes Weisung ernst nehmen … ER will doch, dass Ihr Leben gelingt!“

 

In diesem Sinne Ihnen einen ermutigenden Tag. Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel für  „Augenblick mal“

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Meditation (zu Psalm 1)

Dem Einen horchen

Dem Wort des Lebens

Dem Einen horchen

Mit ganzem Herzen

Gesegnet

 

Dem Einen dienen

Dem Fürst des Lebens

Dem Einen dienen

Mit ganzer Kraft

Gesegnet

 

Dem Einen trauen

Dem Licht des Lebens

Dem Einen trauen

Mit Leib und Seele

Gesegnet

 

Den Einen suchen

Den Ewigen, den Lebendigen

Den Einen suchen

Mit allen Sinnen

Gesegnet

 

 

Wie ein Baum

Fest verwurzelt

An der Quelle

Grüne Blätter

Früchte reifen

Schatten geben

Dem Ewigen ergeben

Den Einen erheben

Wie ein Baum

 

„Höre Israel,

Adonai  ist unser Gott,

Adonai  ist einzig“  

(5.Mose 6,4)

 

 

© Bernd Niemeier, 201

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„… der wird sein wie ein Baum, an Wassergräben verpflanzt, der zu seiner Zeit gibt seine Frucht und sein Laub welkt nicht: was alles er tut, es gelingt.“ Psalm 1, 3 (nach Martin Buber)

Ein gesunder Baum beeindruckt durch seine Größe, seine Standfestigkeit, seine schattenspendenden Blätter. Ein gesunder Baum bringt gute Frucht. Ein gesunder Baum ist selten geworden in unseren Wäldern. Ebenso selten scheinen Gemeinden „gesund“ zu sein. Oftmals gibt es „Schieflagen“ oder „Einseitigkeiten“, die dem gesunden Wachstum entgegenwirken. Das war schon in urchristlicher Zeit so. Daher weisen die Apostel auf die Unverzichtbarkeit der „gesunden Lehre“ hin. Wie wäre es mit einem „geistlichen Gesundheitsprogramm“  oder klingt es besser, wenn ich von „geistlichem Fitnessprogramm“ spreche? In jedem Fall geht es ganz zentral um die Frage, welchen Raum wir der Bibel, dem Wort Gottes, in unserem Leben einräumen. Drei Aussagen sind mir dabei wichtig:

 

  1. Gott will eine Gemeinde, die in seinem Wort gegründet ist

„Einen anderen Grund kann niemand legen …“ (1.Kor. 3,11) Jesus Christus und das biblische Zeugnis von ihm sind entscheidend. Dabei wird immer gern vom „Schriftverständnis“ gesprochen. Allerdings kann es dabei nicht um „das eine richtige Verstehen und Auslegen der Heiligen Schrift“ gehen. Das gibt es nämlich „so“ nicht. Wo die Bibel aber als inspiriertes und geoffenbartes Wort Gottes geglaubt und gelebt wird, ist „richtiges Schriftverständnis“ und zugleich eine große „Freiheit“ (2.Kor. 3,17-18)  Wir können uns gegenseitig Rechenschaft geben, wie wir unter der je persönlichen (An-)Leitung des Heiligen Geistes die Bibel verstehen. Die Unterschiedlichkeit im Zugang zum geoffenbarten Wort Gottes in den heiligen Schriften des Alten und Neuen Testamentes hat ihren Grund eben auch in der Persönlichkeit des Einzelnen. Ebenso spielen Bildung, Intelligenz, Frömmigkeitsstil, geistliche Prägung, geistliche Reife und nicht zuletzt auch unsere „Sozialisation“ eine wichtige Rolle. Der Heilige Geist kann damit so segensreich umgehen, dass er zu jedem durch die Bibel spricht. Und im gemeinsamen Austausch und ernsthaftem Forschen in der Schrift kann dadurch jeder jedem zum Segen werden.

 

  1. Gott will eine Gemeinde, die geübt ist im Umgang mit seinem Wort

Dies bedeutet, wir müssen die Bibel auch „zur Hand nehmen“. Dabei gibt es so unterschiedliche Zugänge zur Heiligen Schrift wie wir Menschen unterschiedlich sind. Einige will ich kurz charakterisieren: Der „kommunikative Zugang“ ist demjenigen wichtig, dem es schwer fällt, die Bibel allein für sich zu lesen. Im Gespräch über der aufgeschlagenen Bibel empfängt er geistliche Impulse und biblische Einsichten. Nicht nur für Anfänger lohnt sich das „Beten-Lesen-Nachdenken-Beten – Schema“, das gerne von den Herausgebern von Bibelleseplänen empfohlen wird. Ein jüngerschaftlich orientierter Christ wird beim Lesen des Wortes Gottes gezielt fragen: „Herr, was soll ich (heute) tun?“

 

Das wäre einem „forschendem Bibelleser“ viel zu unkritisch. Ihm ist es wichtig einer Schriftstelle „auf den Grund zu gehen“. Dazu gehört eine gründliche Exegese mit Kommentarstudien und Übersetzungsvergleich. Auch ein Bibellexikon, Konkordanz und ähnliche Hilfsmittel kommen hier zum Einsatz. Dem „komplentativen Typen“ ist wichtig, dass sich die Tiefe des Wortes Gottes dem betenden Nachsinnen – der Meditation – erschließt. Hier geht es nicht so sehr um große Zusammenhänge der biblischen Botschaft, sondern das eine Wort, dass zum Herzen spricht. „Der (heilige) Geist bezeugt unserem Geist …“ (Röm. 8,16)

Wir spüren den Reichtum in der Vielfalt. Wie wäre es beispielsweise sich für eine gewisse Zeit einmal auf einen anderen geistlichen Zugang zur Bibel einzulassen, der unserer Prägung und Vorliebe nicht so entspricht? Auf jeden Fall sollten wir aufeinander hören, denn „unser Erkennen ist Stückwerk“ (1.Kor. 13,9) – auch hier brauchen wir einander!

 

Der geübte Umgang mit dem Wort Gottes schließt auch ein, den „Waffengehalt“ des Wortes zu beachten. Im Epheserbrief spricht der Apostel Paulus vom „Schwert des Geistes“ (Eph. 6,17)

Das Schwert als Verteidigungs – und Angriffswaffe  macht deutlich – ebenso wie Jesus selbst (vgl. Mt. 4,1-11): Durch das Wort Gottes werden Anfechtungen überwunden, Versuchungen entlarvt und das Reich Gottes (siegreich) vorangebracht.

 

  1. Gott will eine Gemeinde, die vertraut ist mit allen Weisungen seines Wortes

Natürlich bezeugt die Bibel die eine Wahrheit Gottes, die für uns im Leben und im Sterben unverzichtbar ist. Ebenso gibt es aber auch eine Fülle von geistlichen Prinzipien und Lebensweisheiten, die wir kennen müssen, um als Christen leben zu können. Daher ist Studium und Lehre aus dem Wort Gottes durch nichts zu ersetzen. Schließlich sollen wir in die Lage versetzt werden, dass wir „Rechenschaft geben können von der Hoffnung, die in uns lebt“ (1.Petr. 3,15) und zu „jedem guten Werk geschickt sind“ (2.Tim. 3,17)

 

Eine „Gesundheitsreform“ kostet viel Geld. Auch ein Fitnessprogramm „kostet“ etwas. Unser „geistliches Gesundheitsprogramm“ ebenso: viel Zeit und persönliches Engagement. Sind wir bereit den Preis zu zahlen? Vor Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen wird gewarnt: Es könnten sich z.T. erhebliche Veränderungen einstellen. Sowohl in der Praxis des Gemeindelebens als auch beim persönlichen Bibellesen …

Lohnen tut es sich allemal:

Denn, wer das tut  „. der wird sein wie ein Baum an Wassergräben verpflanzt …“

 

Daher sagen wir „Danke für die Gebete Israels– Beten wie Jesus“ indem wir miteinander die Segnungen der Psalmen für uns (neu) entdecken. Also eine herzliche Einladung, sich an unserem „Projekt bis Ostern“ zu beteiligen. Die Bibellese-Vorschläge liegen als Lesezeichen aus und zu den Gottesdiensten und Bibelbetrachtungen (Treffpunkt:Bibel) ist jeder herzlich eingeladen.

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen!

 

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Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“  Jes. 66, 13

 

Eine schöne Losung haben wir für das neue Jahr! Wenn man bedenkt, dass sie schon vor gut zwei Jahren „gelost“ wurde … spricht sie doch direkt in eine sehr bewegende Zeit hinein.

 

Der Strom der Schutzsuchenden reißt nicht ab; Deutschland steht vor einer „Jahrhundertaufgabe“ was Integration betrifft – gleichzeitig will die ständige Terrorgefahr sich nur schwer mit „rechtsstaatlichem“ Instrumentarium bewältigen lassen … Deutschland im Umbruch – Europa mit seinen Werten in der Bewährungsprobe?

 

Und die Kirche? Peter Scholl-Latour (1924-2014) hat bereits Ende der 80ger Jahre des letzten Jahrhunderts gesagt: „Ich habe keine Angst vor einem starken Islam; ich habe Angst vor einem immer schwächer werdenden Christentum!“ – Dem entspricht der Rat eines Politikers: „Wenn Sie Angst haben vor einer Islamisierung Europas gehen sie nicht Montags nach Dresden zur Demo, sondern lieber Sonntags mal wieder in die Kirche!“

 

Trotzdem bleiben viele Kirchen leer; da helfen auch keine (geschönten) Statistiken, die besonders die Festtagsgottesdienste (oder Kirchentage) mit ihren vergleichsweise hohen Besucherzahlen berücksichtigen. Da tut der tröstende Zuspruch der neuen Jahreslosung gut!

 

Allerdings müssen wir ihn zuerst als ein prophetisches Wort an Israel hören. Zu der Zeit als Jesaja  lebte – im 6.Jahrhundert vor unsrer Zeitrechnung – gab es noch kein „palästinensisches Problem“, „Osloer Friedensabkommen“ oder eine „Zwei-Staaten-Lösung“. Auch der permanente Terror von Hamas, Hisbollah oder I.S.I.S. spielte noch keine Rolle.

 

Während die westliche Welt unter  9/11 (New York) und  13/11  (Paris) stöhnt, ist in Israel rund um die Uhr – also 24/7 – Wachsamkeit wegen Terrorübergriffen angesagt. So lebt dieses bedrängte Volk schon seit der Staatengründung 1948.

 

Da ist es nicht recht, dass die christliche Kirche sich diesen prophetischen Trost aus der jüdischen Bibel – uns besser bekannt als das „Alte Testament“ – auch noch zusprechen lässt, ohne die ursprüngliche und noch immer gültige Bedeutung zu bedenken. Es geht um Trost für Israel; Trost für Jerusalem (Jes. 40,1)  Eben auch für Jerusalem, der heiligen Stadt dreier Religionen; aber doch besonders der jüdischen (schließlich ist sie die „älteste“!).

 

Gerade um Jerusalem entbrennt der Streit und toben heftigste Kämpfe. Interessant: Während der Koran „Al-Quds“ (= arabisch: „Die Heilige“, Bezeichnung für „Jerusalem“) kein einziges Mal erwähnt, kommt es in der jüdischen Bibel  755 x vor  (Jerusalem 604 x/Zion 151 x); nimmt man das Neue Testament noch dazu sind es über 880 Belegstellen!

 

Jerusalem als Hauptstadt für einen muslimischen Staat wird erstmals 1967 gefordert – den größten Teil der 3000-jährigen Geschichte war Jerusalem unter muslimischer Herrschaft, ohne dass es jemals zur Hauptstadt geworden wäre … Warum jetzt? Warum 1967?

Nun, 1967 kam Jerusalem nach über 2.000 Jahren erstmals wieder ganz unter jüdische Verwaltung – und jetzt muss man ein wenig „in die geistliche Welt“ hineinschauen: Der Teufel tobt, weil er weiß, dass mit der Wiederherstellung Jerusalems die Wiederkunft Jesu (aus christlicher Sicht) bzw. die Ankunft des Messias (aus jüdischer Sicht) vorbereitet wird. Und dann geht seine Zeit zu Ende. Dann bricht das messianische Reich an, in dem kein Raum mehr sein wird für die Werke der Finsternis!

 

So lasst uns dies Losungswort als Trostwort für Israel hören: Ja, der Ewige wird Israel trösten und wiederherstellen und Jerusalem wird zum Zentrum eines weltweiten Friedensreiches unter der Herrschaft des „Friedefürsten“  Je’schua   (Jes. 9,5-6). Von Jerusalem wird „Torah“ ausgehen – Weisung, Lehre zum Leben – so wie es in den jüdischen Schriften steht:

„Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.  Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht <mehr> wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“  (Jes. 2,3-4)

 

In diesem Sinne empfangen auch wir Trost; erleben auch wir den Zuspruch des Gottes Israels, der uns durch Jesus angenommen und gerettet hat. Der „mütterliche Trost“, mit dem er alle unsre Wunden heilt. Die Wunden, die uns „das Leben“ geschlagen hat – mit denen wir alle herumlaufen und versuchen, unser Leben einigermaßen „auf die Reihe“ zu kriegen. Wie sehnen wir uns manchmal nach der Mutter, die unser „Aua“ einfach „weggepustet“ hat … Jesus ist für unsre Sünden gestorben; unsre Wunden und Schmerzen hat er auf sich genommen.

 

In IHM tröstet uns der Ewige, „wie einen seine Mutter tröstet“ – im „Blut des Lammes Gottes“ wird alles gut! Ja, das glauben wir! Wenn Gott die Weltgeschichte mit ihren Verwirrungen und Verstrickungen zum Ziel bringt; und sein Volk Israel gnädig heimsucht; und Jerusalem zum Trost und zur Friedensquelle für die Völker macht – wird er dann mit den vergleichsweise kleinen Problemen unseres Lebens nicht auch fertig?

 

Nur etwas Gott-vertrauen!  Ja, diesem Gott kann man vertrauen!

 

Und vielleicht als Mutmacher für das neue Jahr: „Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!“ So ist der Gott Israels, der uns „tröstet, wie einen seine Mutter tröstet“!

 

In diesen Sinne wollen wir „dankbar leben“ und mit unserem Gottvertrauen auch anderen Mut machen, an Jesus zu glauben.  Allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes reichen Segen für 2016.

 

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Radioandacht | Lippe-Welle  105 | zum 2.11.2015

Der kleine Lars hat ein Problem: Er ist zu groß! Zwar nur ein paar Zentimeter – aber leider passt er nicht durch. Oder besser: nicht drunter durch! Er würde so gern in’s Spieleparadies – aber wer nicht drunter durch geht … Zum Glück hat die freundliche Dame am Empfang ein Einsehen: „Mach Dich einfach etwas kleiner“ rät sie, „dann geht’s!“

Sich kleiner machen als man ist? Mal ganz ehrlich: Manchmal tun wir doch nur so, als ob wir alles „im Griff hätten“! Wir machen uns größer als wir sind. Das biblische Wort „Demut“ meint genau dies: uns ehrlich machen. Zugeben können, nicht vollkommen zu sein – Hilfe zu brauchen. Da ist es gut, dass wir von dem lernen können, der sagt: „Ich bin von Herzen demütig. Kommt her zu mir – Ich will Eurer Seele Frieden schenken.“  Der Sohn Gottes, Jesus, lädt ein zum vertrauen. Zum „sich-anvertrauen“. Und dann entdecken wir, was Corie ten Boom, eine Holocaust-Überlebende gesagt hat: „Mut ist Angst, die gebetet hat!“ Denn „Gott widersteht dem Stolzen“, sagt die Bibel, „aber dem Demütigen gibt er Gnade!“ Also, sich kleiner machen – Demut – führt zum Ziel: Für den kleinen Lars ins Spieleparadies – für uns zur Erfahrung: Gott hört mein Gebet – Er hilft gerne!

 

 

In diesem Sinne Ihnen einen ermutigenden Tag.

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel für  „Augenblick mal“

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Der Ewige spricht: „Siehe, ich will ein Neues schaffen,  jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ Jesaja. 43, 19

„Ich sagte zu dem Engel hinter dem Ladenthresen: ‚Was verkaufen Sie hier?‘ ‚Alles, was sie sich wünschen!‘ war die freundliche Antwort. Ich überlegte. ‚Auch Dinge, die man normalerweise nicht mit Geld erwerben kann?‘ Wie gesagt, mein Herr, alles, was Sie wünschen!‘ Der Engel strahlte mich an: Sie brauchen es nur zu sagen! – Was darf es denn sein?‘ Sein Lächeln machte mir Mut. Zaghaft sagte ich: ‚Also dann hätte ich gern ‚Frieden in Syrien‘ … und ‚Freiheit für die Insassen der Arbeitslager in Nordkorea‘  Ich wurde mutiger: ‚und … Sicherheit für alle, die auf der Flucht sind … und, dass keiner mehr hungern muss … und die Obdachlosen sollen Wohnungen haben … und, dass keiner mehr wegen seiner Hautfarbe oder Religion …‘  ‚Halt, Stopp‘ sagte der hilfsbereite Engel, ‚Sie haben mich falsch verstanden. Wir verkaufen nicht die fertigen Produkte – wir haben hier nur den Samen!“

 

Tja – es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, wenn man das alles – wie auch immer – kaufen könnte. Was würde denn die Not wenden, wäre buchstäblich ‚notwendig‘? Letztlich geht es schlichtweg um „einen neuen Menschen“. Ein Mensch, ja letztlich eine ganze Menschheit, die all diese Nöte und Missstände nicht mehr „produzieren“ würde. Mal abgesehen von – hoffentlich nur – einigen wenigen wirklich ‚bösen‘ Menschen… es ist schon eine besondere Dramatik, dass doch eigentlich alle nur das ‚Gute‘ wollen. Wie kommt es aber dann, dass so viel Schreckliches und Böses, Grausames und unvorstellbares Leid dabei herauskommt? Schon der Apostel Paulus hat festgestellt: „Es ist anscheinend wie ein inneres Gesetz in meinem Leben, dass ich, wenn ich das Gute will, unweigerlich das Böse tue.“ (Röm. 7,21)  Es ist paradox! Wir wollens nicht. Aber es passiert!  Wie kann sich das denn ändern?

 

Jesus sagt: „Ihr müsst von neuem geboren werden!“ (Joh. 3,3.5)  Ist es wirklich so schlimm?

 

Erst kürzlich auf der Autobahn. Stau. Rettungsgasse bilden. Und dann Blaulicht wohin man schaute. Ein Rettungswagen nach dem andern fuhr an mir vorbei. Rotorenlärm von Hubschraubern. Ich weiß nicht, was passiert ist – aber es muss „heftig“ sein. Bei dem Aufgebot an Blaulicht, an Rettungswagen!

 

Das erinnert an Weihnachten. Gott greift zum Äußersten. Er „entäußert sich selbst“ (Phil. 2,6), wird Mensch; nimmt die sterbliche Gestalt eines Menschen an. Anders kann den Menschen nicht geholfen werden. So verloren, so gott-los, so unentrinnbar der Sünde und ihren üblen Machenschaften ausgeliefert … Gottes „Blaulicht-Einsatz“ endet am Kreuz.

 

Der Sohn Gottes, Jesus, der Gesalbte, stirbt unschuldig den Verbrechertod. Aber durch sein Opfer gibt er den Schuldigen die Chance eines neuen Anfangs. „Ihr müsst von neuem geboren werden!“ sagt Jesus (Joh. 3,3.5) – Und genau das kann jetzt geschehen. Wer Jesus sein Leben anvertraut, sich IHM überlässt, tritt ein in die Schicksalsgemeinschaft mit IHM. Sein Tod am Kreuz ist der Tod meines selbstbezogenen und damit gott-losen Lebens – seine Auferstehung meine lebendige Hoffnung auf ein zukünftiges Leben in ungetrübter und inniger Gemeinschaft mit Gott und allen seinen Geschöpfen.

 

Und Paulus bezeugt: „Ist jemand in Christus so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen; siehe, Neues hat begonnen.“ (2.Kor.5,17)

Genau das kommt in der Taufe der Glaubenden zum Ausdruck: „Mit Christus gestorben und begraben (der Täufling wird untergetaucht) und auferweckt (der Täufling wird wieder aufgerichtet), um ein erneuertes Leben mit Jesus – und in seiner Gemeinde – zu führen.“ (Röm. 6,4).

So viel zu dem „Samen“, den der freundliche Engel in unsrer kleinen Anekdote anbot. Das ist Weihnachten!

Aber: „Auch wenn Jesus tausendmal zu Bethlehem geboren wäre, aber nicht in unserem Herzen, so würde es uns nichts nützen!“ (Friedrich von Bodelschwingh)

Darum wollen wir den „Samen“ unbedingt haben. Wir beten mit dem Liederdichter Georg Weißel, 1623): „Komm o mein Heiland Jesu Christ, meines Herzenstür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein! Dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit…“

Und am Ende aller Zeit wird der auferstandene Jesus sagen:  „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb. 21,5)  Wir wollen den „Samen“ nicht verachten, sondern wir wollen ihn „aufgehen“ sehen – in vielen Herzen: Erneuerte Menschen für eine erneuerte Welt: Dann ist wirklich  Weihnachten!

 

In diesen Sinne allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen und eine gnadenreiche Weihnachtszeit!

 

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„Unsre Seele gleicht dem Vogel, der dem Netz der Fänger entschlüpfte, das Netz zerriss und wir sind entschlüpft.“ Psalm 124, 7   (nach Martin Buber)

 

Im „Jahr der Dankbarkeit“ wollen wir den Monat November unter das Motto „Danke für Israel“ stellen. Das ist aktueller denn je. Immer schon ein Konfliktherd im nahen Osten, erlebt Israel eine Terrorwelle nie gekannten Ausmaßes. Dabei geht die Gewalt gegen Israelis diesmal scheinbar „ungesteuert“ von einzelnen Palästinensern aus. Allerdings wissen „Insider“, was besonders die (westlichen) Medien verschweigen, denen man durchaus eine israelfeindliche Berichterstattung unterstellen muss. (z.B. wenn von „unbekannten“ Attentätern (statt arabischen Palästinensern) und „Passanten“ (statt Israelis) als Opfern berichtet wird.)

So muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass „…in einer Fernsehansprache im palästinensischen Fernsehen im vergangenen Monat sagte jedoch

Abbas: „Die Al Aqsa Moschee gehört uns. Sie (die Juden) haben kein Recht, sie mit ihren schmutzigen Füßen zu entehren.“ Und: „Wir segnen jeden reinen Tropfen Blut, der für Jerusalem vergossen wird – Blut, das für Allah vergossen wurde.“ Das war ein deutlicher Aufruf für Moslems sowohl in Judäa als auch in Samaria und dem Rest Israels, Juden anzugreifen und „Märtyrer“ zu werden. Am letzten Freitag hielt ein moslemischer Fernsehprediger in Gaza ein großes Messer hoch und ermutigte die Araber Israels nicht nur mit ihren Messern zu töten, sondern auch Gift auf die Klingen zu reiben, um sie noch tödlicher zu machen…“ (aus einem Gebetsaufruf vom 13.10.2015 von „Fürbitter für Israel“)

 

Der gesamte Psalm 124, aus dem der oben zitierte Vers stammt, beschreibt in prophetischer Weise das gesamte Lebensgefühl Israels.

Unter ständiger Bedrohung und Verfolgung. Durch die Jahrhunderte hindurch. Vor allem auch durch die christliche Kirche, die die Lüge, die Juden seien die „Christusmörder“ in Umlauf gebracht hat.

 

Das hat dann auch zu den katastrophalen antisemitischen Aussagen des Reformators Martin Luthers geführt, mit denen er den Nazis das Konzept zu ihrer „Endlösung der Judenfrage“ lieferte. Aber auch nachdem Israel seit 1948 wieder eine Heimstatt im heutigen „Palästina“ hat,  geht es weiter mit einer massiven Bedrohung.

Israel wird verleugnet und terrorisiert, in der Weltöffentlichkeit „gemobbt“  (siehe UNO) – denen, die das Existenzrecht Israels nicht anerkennen; ja, die die Vernichtung Israels offen ankündigen, werden unterstützt  (siehe den sogenannten „Atom-Deal“, der – wenn überhaupt – lediglich eine zeitliche Verzögerung zur Entwicklung von Atomwaffen für den Iran bedeutet, aber unvorstellbare Mengen finanzieller Mittel für den Iran freisetzt, mit dem er den Terror gegen Israel unterstützen kann!) wird nicht oder nur sehr zaghaft widersprochen…man schaut eher zu, wie dieses Volk um Luft zum Atmen ringt … wie fühlt sich Israel da wohl?

Lesen wir den ersten Teil von Psalm 124:

(1-6)

 

„Wenn der Herr nicht für uns gewesen wäre – so soll Israel sprechen –, wenn der Herr nicht für uns gewesen wäre, als die Völker sich gegen uns erhoben, dann hätten sie uns lebendig verschlungen, so groß war ihr Hass auf uns. Wasser hätte uns überflutet, ein reißender Strom hätte uns fortgespült.

Die tobenden Fluten hätten uns überwältigt. Gelobt sei der Herr, der nicht zuließ, dass sie uns mit ihren Zähnen zerrissen!“

 

Israel verdankt sich Gott und seinem aktiven Eingreifen in die Geschichte. Die Rückkehr Israels ins „Äretz Jisrael“ – der Staat Israel nach 2000 Jahren der Zerstreuung: ein Wunder vor unsren Augen.

Erfüllung biblischer Prophetie! Und weil dies auch feste Hoffnung gibt, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Israels, der durch Jeschua (Jesus) auch unser Gott und Vater geworden ist, auch das noch „Unerfüllte“ seiner prophetischen Verheißungen erfüllt, kann

Israel (jubelnd) beten:   „Wir sind entkommen wie ein Vogel aus dem

Netz des Jägers. Das Netz ist zerrissen und wir sind frei!“  (Ps. 124,

7)  denn  „Unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“  (Ps. 124,8)

 

Darum ist es auch für uns als „Jesus-Nachfolger“ wichtig, auf der richtigen Seite zu stehen. Nämlich, an der Seite Israels – bedingungslos – denn wir können nicht den Messias Israels, d.i.

Jeschua (Jesus) lieben, ohne uns für SEIN Volk zu engagieren. Und dies um so mehr, als auch in Europa (und in Deutschland) der ANTISEMITISMUS (= der sagt, die Juden sind an allem Schuld), der ANTIISRAELISMUS (= Verweigerung des Existenzrechtes des Staates Israel); der ANTIZIONISMUS (= den Juden die gottgewollte Rückkehr in das Land ihrer Väter zu verweigern) und der ANTIJUDAISMUS (= die Behauptung, die Juden seien die „Gottesmörder von Golgatha“ und die Behauptung, die christliche Kirche sei das „wahre Israel“) erheblich zunimmt.

 

Darum wollen wir im November sagen „Danke, Gott, für Israel“, denn „das Heil kommt von den Juden“ (Joh. 4,22) – wir gründen uns auf die „jüdische Bibel“ (bis auf Lukas waren die Verfasser der Bibel alles

Juden!) – und wir erwarten die Wiederkunft unseres HERRN Jesus Christus, den Messias des jüdischen Volkes.

Und so lasst uns für Israel beten und Israel segnen, denn wer Israel segnet, ist gesegnet (1.Mose 12,3).

 

Auch „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat… und  „… der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Israel behütet, wird nicht müde und schläft nicht… AMEN – ja, das ist wahr „…der Herr behütet dich vor allem Unheil und bewahrt dein Leben. Der Herr behütet dich, wenn du kommst und wenn du wieder gehst, von nun an bis in Ewigkeit.“  (Ps. 121, 1.3-4.7-8)

 

In diesen Sinne „Danke für Israel“ – und allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen,

Veröffentlicht unter Bibel aktuell 2015 | Kommentare deaktiviert für „Unsre Seele gleicht dem Vogel, der dem Netz der Fänger entschlüpfte, das Netz zerriss und wir sind entschlüpft.“ Psalm 124, 7   (nach Martin Buber)

Radioandacht | Lippe-Welle 105 | zum 28.8.2015

„Na, in deiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken!“ Sofort denke ich an den Flüchtling aus Syrien, den Bauarbeiter in Kuwait oder den Christen aus Nordkorea. Was hier an Unmenschlichkeit erlebt wird, können selbst die Betroffenen kaum in Worte fassen.
Fühlen Sie sich eigentlich wohl in ihrer Haut? Oder kennen Sie auch den Wunsch, einmal jemand ganz anderer sein zu wollen?
„In deiner Haut möchte ich nicht stecken!“ Ein indianisches Sprichwort sagt: „Urteile nie über einen Anderen, wenn du nicht wenigstens einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“
Jesus hat es tatsächlich so gemacht. 30 Jahre ist er „in unseren Mokassins“ gelaufen. Der Sohn Gottes kommt aus der Ewigkeit in unsre Zeit und lebt als Mensch in der Enge unsrer Haut: Wird ein Flüchtlingskind, weil ihm ein wahnsinniger König nach dem Leben trachtet; ein verurteilter Verbrecher, durch bestochene Zeugen und von einem seiner besten Freunde verraten …Er kam buchstäblich, um in unsrer Haut zu stecken. Damit zeigt er uns den Weg zu Gott. Der Zimmermann aus Nazareth macht aus den Balken seines Kreuzes die offene Tür zum Vaterherzen Gottes.  Wenn er sagt: „Ich bin bei Dir“, dann weiß er, was Mensch-sein für Sie heute heißt. Darum lohnt es, sich ihm heute anzuvertrauen.

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel für  „Augenblick mal“

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„ … indem ihr dankt allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Eph. 5,20

Im Oktober wird gedankt. Das ist traditionell so; Erntedankfest.

Zumindest da fällt es den meisten Menschen auf, dass das „täglich Brot“ nicht von ungefähr auf unsere oft überreich gedeckten Tische kommt. Es ist gut, wenn das „Danken“ uns bewusst macht, wie abhängig wir sind; wie „zerbrechlich“ unsre kleine („heile“) Welt ist. Wer dankt, denkt weiter. Danken und denken gehört zusammen. Danken öffnet den Horizont für das Erkennen von Gottes Güte. „Den Dankbaren zeigt Gott den Weg seiner Hilfe“ formuliert Dietrich Bonhoeffer in Anlehnung an Psalm 50.

Welch eine Herausforderung ein „Lebensstil der Dankbarkeit“ darstellt, will die Initiative „Jahr der Dankbarkeit“, das von vielen Kirchen und Gemeinden und christlichen Werken unterstützt wird, aufzeigen. Von Oktober 2015 bis Oktober 2016 soll in besonderer Weise zur „Dankbarkeit“ aufgerufen werden. Und es ist schon ein gewaltiger Angriff auf unser deutsches „Klima des Jammerns“. Zugegeben, wir jammern „auf hohem Niveau“. Kommt man einmal auf die gute Lebensqualität in unserem Land zu sprechen, gibt es immer jemanden der tief durchatmet und ein „aber“ sagt. Das Glas ist eben meistens doch halbleer und nicht halbvoll! Zumindest „gefühlt“.

Danke zu sagen setzt einen Gegentrend. Darum geht’s. Wer an Jesus glaubt, hat unendlich viel Grund zur Dankbarkeit. Schließlich nimmt Gott selbst doch „alle Dinge“ in die Pflicht, seinen Kindern „zum Guten mitzuwirken“. (Röm. 8,28) Darum können Christen in jeder Lebenssituation „Danke sagen“. Eigentlich … Allerdings: „Alles dient uns zum Guten, es fühlt sich nur nicht immer so an!“ Aber: „Alles wird am Ende gut – wenn es nicht gut ist, bedeutet es nur, dass es noch nicht das Ende ist!“

Der Apostel Paulus weist uns in unsrem ERmutigER für Oktober an, „allezeit Dank zu sagen für alles“. Ja er fordert uns heraus, unseren Alltag „suchend“ zu durchschreiten: Wo ist etwas, wofür ich Gott danken kann? Er lädt ein zu einem „Wettstreit“: Wer findet mehr Gründe, um Gott zu danken? Können wir uns das vorstellen – ein Eintrag im Guinessbuch der Rekorde unter dem Stichwort „Dankbarster Mensch“; und da stände Dein Name?

Wofür könnten wir denn alles danken?

Für die Ernte (na klar, ist ja Erntedank!);

für die deutsche Einheit (25 Jahre Wiedervereinigung – welch eine Gnade Gottes, an einem Volk, dass die Scho’ah (Holocaust) zu verantworten hat!);

für die Bibel (selbstverständlich sind wir dankbar für die Bibel, sogar so sehr, dass wir sie sehr „schonen“ –sprich: wenig Gebrauch von ihr machen);

für Israel (wirklich ? – segnen wir das auserwählte Volk Gottes, durch das wir die Bibel haben und durch das uns Jesus geoffenbart wurde?);

für die Schutzsuchenden (das Wort „Flüchtling ist so überstrapaziert) für … für … für … …

Wer anfängt Gott zu danken, schafft damit Raum, dass Gottes Geist sein Denken und damit seine Sichtweise verändert. Darum legt der Apostel einen so hohen Stellenwert auf das „Danken“.

Der Dank gilt dem Gott und Vater. Paulus betont als Adressat unseres Dankes „Gott“, um zum Ausdruck zu bringen, das es der Ewige ist, der Heilige, der, den keiner anzuschauen vermag und leben bleibt;

Damit wir IHM danken in Ehrfurcht und einer Haltung der Anbetung. Und der Apostel betont den Dank an den „Vater“, um hervorzuheben, dass dieser ewige, heilige Gott uns durch Jesus zum Vater geworden ist.

Wir dürfen zu im rufen und „Abba – lieber Vater“ sagen.

Er ist der „Vater der Barmherzigkeit“ und der „Gott allen Trostes“ (2.Kor. 1,3);

der „Vater, von dem jede Vaterschaft ihren Namen hat“ (Eph. 3,14).

Wir kommen zu ihm in Ehrfurcht und voll innigen Vertrauens. Wir danken ihm allezeit und für alles.

Das ist ein so wichtiges geistliches Prinzip, das es sich lohnt, am „Jahr der Dankbarkeit“ teilzunehmen. So werden wir noch mehr die Güte Gottes erkennen und unseren Mitmenschen zum Ermutiger werden.

Übrigens, die Aufforderung zur Dankbarkeit in unserem Text, steht in einem Zusammenhang mit der Einladung, sich vom Heiligen Geist erfüllen zu lassen. So ist das „Danke sagen“ eben auch unsere Einladung an Gott, seinen Geist noch mehr „in uns wohnen zu lassen“.

Noch ein Grund, aktiv den Segen der Dankbarkeit zu begehren.

Also: „seid dankbar!“ – Es lohnt sich!

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„Ein fester Turm ist der Name des HERRN; zu ihm läuft der Gerechte und ist in Sicherheit.“ Sprüche 18, 10

Als junger Christ, damals in meiner ersten Begeisterung für Jesus, ziemlich bald nach meiner Bekehrung, wurde ich einmal gefragt: „Der Gott der Muslime hat wenigstens einen Namen: „Allah“; aber wie heißt eigentlich der Gott des Christentums?“ Nun, dass „Allah“ eigentlich kein Name ist, sondern nur das arabische Wort für „Gott“ wusste ich da noch nicht. Aber die Frage nach dem Namen des Gottes der Bibel, an den ich glaube, hat mich doch sehr bewegt.

 

Ja, der Gott der Christen hat einen Namen. Es ist der Gott Israels, der Heilige Israels, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der sich in seinem Sohn Jesus Christus geoffenbart hat. Der Name Gottes ist wichtig! Schließlich ist er „abgesondert“, „ausgesondert“ zu halten; eben „zu heiligen“ – so beten wir im „Vater-unser“, und es gilt jeden Missbrauch dieses Namens strengstens zu vermeiden – so lehrt es das sogenannte 3. Gebot der „Zehn Gebote“ (je nach Zählung). Uns interessiert es aber besonders, weil der o.g. ERmutigER für den September von „dem Namen des HERRN“ spricht.

 

Der Gott der Bibel hat sich zuerst Mose mit seinem Namen bekannt gemacht: „Ich bin, der ICH BIN“ (2.Mose 3,14)  Das heißt soviel wie, dass Gott nur in der Erfahrung, in der Begegnung, als Gegenüber, als „DU“ (Philosophie Martin Bubers) zu benennen ist. Er ist der Lebendige, der sich in das Leben seiner Geschöpfe einmischt. Und zwar in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

„Ich bin“ oder „Ich war“ oder „Ich werde sein“.

Die beste Beschreibung des biblischen Gottesnamens ist „Ich bin, der Ich bin für dich da“.

 

Der hebräische Gottesname besteht aus vier Buchstaben – JHWH. Da man in den semitischen Sprachen wie etwa „arabisch“ oder „hebräisch“ die Vokale ursprünglich nicht mitgeschrieben hat, haben die jüdischen Abschreiber und Übersetzer der Urtexte einen besonderen „Trick“ angewandt. Um den Gottesnamen zu schützen – die Juden sprechen ihn bis heute nicht aus! – hat man, immer wenn diese vier Buchstaben genannt wurden, die Vokale für das hebräische Wort „Adonai“=“Herr“ eingesetzt. Daraus ist dann das Kunstwort „Jahova/Jehova“ geworden.

 

Das aber ist eben nicht der Name Gottes, sondern nur eine (falsche) Lesart des hebräischen Textes. Richtiger ist „Jahwe“. Allerdings sprechen gläubige Juden den Namen nicht aus, sondern umschreiben ihn als „Ewiger“ oder schlicht „HaSchem“, was einfach „Der Name“ bedeutet.

 

Nun stellt sich Gott aber eben mit seinem Namen vor, um sein Wesen bekannt zu machen. Dies ist für uns sehr wichtig, weil uns dies „eine feste Burg“, „ein starker Turm“ zu unserem Schutz ist.

 

Gerechte sind wir, wenn wir an Jesus glauben und sein Versöhnungsopfer für uns persönlich angenommen haben. Denen, die ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben, gilt folglich die o.g. Verheißung aus dem Buch der Sprüche. Um sein Wesen zu offenbaren, hat der „Ewige“ uns Zeugnis geben lassen in der Bibel von denen, die ihn erlebt haben. Und so kommt zu den vier Buchstaben des Gottesnamens, jeweils noch ein besonderer seelsorgerlicher Zuspruch.

 

Abraham z.B. erlebte JHWH als den, der aus dem „vorausschauen“ im rechten Moment die Hilfe bereitgestellt hatte = JHWH sorgt vor. (1.Mose 22,14) Der Ewige ist ein „Versorger“. Dafür steht das hebräische Wort „Jireh“. „JHWH JIREH“ (sprich: „Adonai Jireh“ oder „Jahwe Jireh“) ist also auch Dein Versorger.

In Zeiten der Not und des Mangels dürfen wir uns „bei ihm bergen“ (Spr. 18,10) Dieser Name ist uns Zuflucht, wenn wir Sorgen haben. „Alle unsre Sorge werfen wir auf ihn, ER sorgt für uns“ (1.Petr. 5,7) ist ER doch unser „guter Hirte“, so dass uns nichts mangelt. (Ps 23,1)

 

So sprechen wir, so beten wir „Geheiligt werde Dein Name, „JHWH Jireh“, und erfahren, dass uns durch Jesus Christus genau diese Segnung geschenkt ist. (Röm. 8,32 u. Eph. 1,3)

 

Aus Platzgründen nenne ich nur noch einige andere Gottesnamen und ermutige dazu, auch sie so betend zu nennen. Dann sind sie uns Zuflucht in unsrer Not, um genau der Not „im Namen des Ewigen“ zu begegnen, die uns jetzt herausfordert. Letztlich ist uns alles in dem Namen „Jesus“ geschenkt. Denn in ihm sind alle diese Gottesnamen Gestalt geworden.

 

„JHWH rophekha“- der Ewige, der dich heilt  (2.Mose 15,26 – vgl. Jes. 53,4-5)

„JHWH schalom“ – der Ewige ist unser Friede  (Ri 6,24 – vgl. Eph. 2,14)

„JHWH schamma“ – der Ewige ist da

(Hes. 48,35 – vgl. Ps.23,4 – Mt.28,20)

 

In diesen Sinne allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen, und viele gute Erfahrungen mit „dem Namen des Ewigen“ zu dem wir laufen können, um in den Wechselfällen unseres Lebens SEINE Hilfe zu erfahren.

 

 

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Radioandacht | Lippe-Welle 105 | zum 17.06.2015

Es gibt schöne Fotos. Es gibt teure Fotos. Nicht jedes schöne Foto ist teuer. Und nicht jedes teure Foto ist schön! Ganz im Gegenteil: Meine Pose auf diesem Foto wirkte nicht gerade intelligent. Ich bin geblitzt worden! Und das am Sonntagmorgen auf dem Weg zur Kirche. Relativ entspannt – weil wenig Verkehr um diese Zeit – und ganz in Gedanken an die Predigt hab ich die Schilder-mit-den-Zahlen-drauf total übersehen. Nun halte ich die Rechnung dafür in den Händen – zusammen mit dem netten Foto. Hat Gott eigentlich ein  Bild von mir? Wenn ja, welches? „Siehe, in meine Handflächen habe ich dich eingezeichnet“ – sagt er uns in seinem Wort (Jes.49,16).  Ein unendlich wertvolles Bild. Erkauft durch den Kreuzestod seines Sohnes Jesu zeigt es uns Gottes tiefe Liebe zu uns. „Siehe, ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jer. 31,3)  Das heißt doch: Gott ist an mir und meinem Leben interessiert. Er will, dass mein Leben gelingt. So kann ich zuversichtlich diesen Tag leben. Denn der, der mich liebt, will auch die Geschicke dieses Tages in sein vollkommenes Bild von mir einfügen. Und er ist auch heute nie weiter von mir entfernt als ein Gebet.

In diesem Sinne Ihnen einen ermutigenden Tag.

Bernd Niemeier, Pastor in Bockum-Hövel für  „Augenblick mal“

 

 

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Der Ewige spricht: „Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ Jesaja 40,31

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ Reinhard Mey hat die Sehnsucht so vieler in Worte und auch eine unvergessliche Melodie gepackt. Einfach mal dem oft stressreichen Alltag entfliehen. Eine andere Perspektive bekommen. Abstand gewinnen. Raum schaffen für neue Ideen. Eben all das, was der „alltägliche Überlebenskampf“ nicht zulässt. Die „schönste Zeit des Jahres“  – die Urlaubszeit – lädt dazu ein. Und natürlich wünschen wir uns eine segensreiche und erholsame Zeit. Der „Tapetenwechsel“ tut uns gut – hoffen wir.

 

Der Zuspruch Gottes in unserem Bibeltext erreicht zunächst ein geängstetes und gedemütigtes Volk. Israel hat alles verloren. Sozusagen „Grexit“ auf Hebräisch. Heimat futsch, Jerusalem zerstört, der Tempel niedergebrannt. Nun in einem fremden Land – als Asylanten gewissermaßen – ohne Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. Und natürlich waren sie auch dem Spott ihrer „neuen Nachbarn“ ausgeliefert: „Wo ist denn euer Gott?“.  „Was habt ihr von eurem Glauben?“  und  „Was für ein schwacher Gott, der seinem „auserwählten“ Volk nicht mal helfen kann!“  – In diese Situation hinein meldet sich der Ewige selbst zu Wort.

 

Durch seinen Propheten lässt er schon viele Jahrzehnte vor dieser nationalen Katastrophe Israels seine tröstende Botschaft erschallen. Es gilt, ein „aber“ zu sprechen. Etwa ein „Dennoch“ –  „Dennoch bleibe ich stets bei Dir, denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand. Du leitest mich nach Deinem Plan und nimmst mich am Ende in Ehren an.“ –  wie der Beter des 73. Psalms. Dieses „dennoch“ bzw. „aber“ gilt denen, die nicht dem Trend der Mehrheitsmeinung folgen.

Das ist bei Gott, in seinem Reich, unter seiner Herrschaft, immer so. Zu der Zeit als Jesus, der Sohn Gottes, in diese Welt kommt, heißt es: „ER kam in sein Eigentum und die Seinen (nämlich sein Volk Israel  bzw. letztlich die Menschheit) nahmen ihn nicht auf.“

 

Und jetzt wieder die „Unangepassten“: „Wer IHN (Jesus) aber aufnahm, der bekam das Vorrecht, ein Kind Gottes zu sein …“ (Joh. 1,11-12)   Auch in unserem Text wird ein „aber“ gesprochen. Damit wird eine Gruppe von Menschen herausgerufen. „… die auf den Ewigen hoffen …“  oder  „… die auf den Ewigen warten …“

 

Das sind diejenigen, die sich ihrer Ohnmacht und Hilflosigkeit bewusst sind. Und die daraus den einzig richtigen Schluss ziehen: Hier kann nur Gott selbst helfen. ER allein ist Retter – ER wird erfüllen, was er selbst versprochen hat.

 

Wer aus seiner Ohnmacht und Hilflosigkeit nicht die große Anklage über die Anderen, die Situation und die Umstände macht – und sich damit in die Falle des „Selbstmitleids“ begibt – sondern sich seine Hilflosigkeit eingesteht und dem vertraut, der zu helfen versprochen hat – nämlich Gott – dem wird Hilfe zuteil.

 

„Auf den Ewigen warten“, IHM zu vertrauen, das erfordert Mut. Langmut. Es zeigt aber auch, dass wir nicht mit der nächstbesten Lösung unsrer Probleme zufrieden sind. Wir wollen „das Beste“ – den guten, wohlgefälligen, zum Ziel führenden Willen Gottes (Röm. 12,2) für unser Leben. Darum „sehen unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, … bis ER uns gnädig werde!“ (Ps. 123)

 

Diese innere Haltung nennt die Bibel „Glauben“. Paulus fordert dazu auf: „Seid fröhlich in Hoffnung; geduldig in Trübsal; haltet an am Gebet!“ (Röm. 12,12)

Das Bild, das der Prophet gebraucht, um den Segen zu beschreiben, der den „auf den HERRN Wartenden“ zuteil wird, ist gewaltig: „…auffahren auf Flügeln wie Adler“. Bewundernswert, wie Adler so „über den Wolken“ sind. Und das nicht aus eigener Kraft. Sie sind lediglich Meister der Aufwinde. Sie nutzen die Kräfte der Natur.

Auch uns stehen als wiedergeborene Menschen Kräfte zur Verfügung, die Gott schenkt. „Denn wir haben nicht den Geist dieser Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist.“(1.Kor. 2,12) Eben dieser Geist leitet uns. (Röm. 8,14)  ER, der Heilige Geist, lässt uns „auffahren auf Flügeln wie Adler“.

Wer aus dieser unerschöpflichen Quelle lebt, der „läuft und wird nicht müde; der geht und ermattet nicht.“ Und: der beginnt „mit den Augen Gottes“ sein Leben (und das der Anderen) zu schauen. So wird er ein Mensch der Hoffnung, ein Ermutiger und einladender Zeuge der Liebe Gottes durch Jesus Christus.

 

Diesem Gemeindebrief liegt eine wunderschöne Karte der Marburger Medien bei. Eine Einladung, sie zu verschenken. An jemanden aus Deinem Bekannten-oder Freundeskreis, dem Du eine Freude machen willst. Euch/Ihnen allen eine reich gesegnete

Ferienzeit.

 

 

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“Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott“ Jes. 40, 1

Mit diesen Worten beginnt das „Trostbuch“ des Volkes Israels. Die nun folgenden Kapitel des Jesajabuches werden auch das „Evangelium des Alten Testaments“ genannt.

Jesaja, der im 8.Jahrhundert vor unsrer Zeitrechnung gelebt hat, schaut prophetisch über die Zeit hinaus, in der Gott sein Volk richten muss, um ihrer Sünde willen. Tatsächlich geschah dieses Gericht 722 v. Chr. im Nordreich Israel und  586 v. Chr. im Südreich Juda.

Tempel zerstört, Jerusalem  niedergebrannt, die Juden aus ihrem Heimatland vertrieben. Nun aber schaut der Prophet Heil und Wiederherstellung. 70 Jahre nach „der Stunde Null“, der ultimativen Katastrophe, darf Israel wieder zurück in sein Heimatland.

 

Der Ewige, der Gott Israels, JHWH, genannt Adonai, führt sein Volk zurück. Mit diesen Worten, die durch Georg Friedrich Händels  „Der Messias“ so herrlich vertont wurden, beginnt die Zeitenwende.

 

Was hat das mit uns zu tun?   Nun, auch wir als deutsches Volk, haben gerade im vergangenen Monat einige wesentliche Gedenktage gehabt. Am 27. Januar 2015: 70 Jahre Befreiung des KZ Auschwitz. Am 8.Mai 2015: 70 Jahre Kriegsende, der Sieg über Nazi-Deutschland, die Befreiung von der barbarischen Nazidiktatur.

 

Das hat auch sehr viel mit Israel zu tun. Geschah doch in den Jahren 1933-1945 ein beispieloser Völkermord an den Juden, dem auserwählten Volk Gottes. Und das, wo uns Gottes Wort darauf hinweist, dass „wer Israel segnet, wird von Gott  gesegnet; wer Israel flucht, wird von Gott verflucht.“

(1.Mose 12,3)

Und so war der völlige Untergang des Nazideuschlands nur die logische Konsequenz aus den unfassbaren Gräueltaten an den Juden. Es folgten „40 Jahre“ geteiltes Deutschland – auch Folge dieses Fluches. Dass der Tag der „Wende“,  der  9. November 1989, auf den 50. Jahrestag der sogenannten „Reichskristallnacht“ fällt – ein Zufall?  Ich denke, nein!

 

Schließlich ist das 50. Jahr im Judentum das Erlass-Jahr und der 9. Tag des 11. Monats im Judentum ein Gedenktag an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 586 v.Chr.  Auch das „Wirtschaftswunder“ des Nachkriegsdeutschlands hat etwas mit der Haltung zu Israel zu tun. Wiedergutmachung und Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum jungen Staat Israel im Jahr 1965 mögen hier genannt werden. Übrigens auch ein Gedenktag des vergangenen Monats: 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der BRD und Israel.

 

„Tröstet, tröstet mein Volk,“ schreibt der Prophet im Namen Gottes. Interessant ist, dass in der hebräischen Sprache „trösten“ und „gereuen“, „sich etwas Leid sein lassen“ die gleiche Wortwurzel haben. Um zu „trösten“ muss es zuvor zu einer Veränderung der Sichtweise gekommen sein. Schon im Zusammenhang der Sintflutereignisse, die uns in 1.Mose 6-8 beschrieben sind, wird von so einer „Bekehrung im Herzen Gottes“ berichtet.

Obwohl der Mensch vor und nach der Sintflut, „böse ist, von Jugend an“, beschließt Gott, nie wieder ein solches Gericht über die Menschheit zu bringen. Er „gereut“, er „lässt es sich Leid sein“ – d.h. er wendet sich ab von seinem Zorn über die Sünde.

 

So erfährt es übrigens auch der Prophet Jona in Ninive. Gott wendet sich ab von seiner Gerichtsandrohung, als er die Umkehr der Nineviten sieht.

 

So ist es bis heute. Ehrliche Umkehr (biblisch: Busse oder Bekehrung = Abwendung von der Sünde, dem Handeln gegen Gottes Gebote) trifft immer auf Gottes „bekehrtes“ Herz. Denn „Er (Gott) hat den, der von keiner Sünde wusste (Jesus), für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm (in Christus) Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2.Kor. 5,21)

 

Darum sendet Gott den Glaubenden den „Tröster“, den Heiligen Geist. Das haben wir zu Pfingsten gefeiert. Der Heilige Geist erfüllt die Jesus-Nachfolger und befähigt sie nun, andere zu trösten, mit dem Trost, den sie selbst von Gott empfangen haben. (2.Kor. 1,3-4)  Damit haben Christen teil am prophetischen Dienst des Heiligen Geistes, denn der Geist der Prophetie wirkt: Erbauung, Ermahnung und Ermutigung, Tröstung. (1.Kor.14,3)  So können wir Israel „trösten“, indem wir für Israel beten und es segnen im Namen Jeschua, den Messias = Jesus, dem Christus. Und wir können einander ermutigen und uns trösten, indem wir „einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat, zu Gottes Lob.“  (Röm. 15,7)

 

In diesen Sinne allen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen!

 

 

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